Wenn man das eigene Verhalten in eine neue Richtung verändern möchte, kann man oft nicht so tun, als wären die Verhaltensweisen von gestern nicht existent. Statt sie zu leugnen, ist es ratsam sie auf den Prüfstand stellen.
Alles, was noch so vertraut erscheint, darf auch hinterfragt werden. Also untersuchen Sie in unserem konkreten Fall: Was war denn eigentlich wirklich positiv am Rauchen? Stimmen all die vermeintlichen Vorteile, wenn sie an den echten Ergebnissen gemessen werden? Oder waren es gerade die von Rauchern ständig wiederholten Argumente für die Zigarette, die Sie dazu bewogen haben Schluss damit zu machen?
Haben Sie weniger Stress in Ihrem Leben gehabt, als Sie noch geraucht haben? Waren Sie tatsächlich konzentrierter, entspannter, weniger gelangweilt, geselliger, fröhlicher, frei von Sorgen und Ängsten mit der Zigarette? Diese Begriffe – und es gibt natürlich noch viel mehr – beschreiben insgesamt die Gemütslage eines Menschen, kurz: seine gefühlte Lebensqualität.
Je mehr dieser Befindlichkeiten mit dem Rauchen verknüpft waren, desto größer ist möglicherweise die Weigerung zur Veränderung. Die innere Gegenwehr drückt sich durch Empfindungen wie vermissen, verlassen sein, etwas verloren haben oder sogar als heulendes Elend aus. Dies ist nicht schlimm: Heftige Emotionen kennzeichnen die große Bedeutung der Veränderung!
In ihrem Inneren hegen die meisten Raucherinnen und Raucher schon eine ganze Weile vor dem Ausstieg den unbewussten Verdacht, dass bei allen Rauchsituationen womöglich genau das Gegenteil vom gewünschten Effekt eintritt. So wie die Werbung die widersprüchlichsten Zusammenhänge mit dem Rauchen hergestellt hat („Freiheit und Abenteuer!“), so spüren viele instinktiv, dass wahre Lebensqualität von ganz anderen Faktoren abhängt als z. B. von einem äußeren Attribut wie der Zigarette. Dies gilt selbstverständlich ebenso für alle anderen Alternativprodukten wie E-Zigaretten und ähnliches. Sie haben dies längst erkannt und Ihren Schluss daraus gezogen: den Rauchstopp.
Eine effektive Übung gegen das Gefühl allein zu sein ist das Erden:
Dazu stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße hüftbreit nebeneinander. Mit dem Einatmen lenken Sie den Atem in die Kopfmitte, beim Ausatmen durch die Wirbelsäule, die Beine und die Sohlen in den Boden. Dort verankern Sie sich wie ein Baum, der sich mit den Wurzeln seinen Halt schafft. Mehrmals wiederholen.
Regina Hildebrandt bigmoment – Bussestr.13 – 22299 Hamburg Telefon 040-57 26 12 51 – hildebrandt@bigmoment.de
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Kennen Sie die 72-Stunden-Regel? Diese Zeitspanne spielt in vielerlei Zusammenhängen eine wichtige Rolle. Ziemlich genau drei Tage nach einem besonderen Ereignis oder einer wichtigen Entscheidung setzt in unserem Bewusstsein der gnädige Prozess des Vergessens ein. Was von der Natur eigentlich zu unserem Schutz vor der Überflutung von Eindrücken und damit vor Stress eingerichtet wurde, sollten wir bei Dingen, die wir gerade NICHT vergessen möchten, im Blick behalten.
Speziell bei Entscheidungen, die eine gewollte Veränderung in unserem Leben bedeuten, gilt die Regel: Wenn ich dieses Vorhaben nicht innerhalb von 3 Tagen umgesetzt oder zumindest angefangen habe zu realisieren, dann sinkt die Chance darauf auf nur mehr rund 10 Prozent, einige Experten behaupten, dass es weniger als 1 Prozent sei!
Außerdem ist zu berücksichtigen, dass der ganz überwiegende Teil unserer täglichen rund 60.000 Gedanken sich permanent wiederholt, also schon bekannt und damit gewissermaßen „gebraucht“ ist. Nur rund 5 Prozent aller Gedanken kommen täglich neu hinzu.
Da Sie sich vor drei Tagen für die Freiheit vom Rauchen entschieden haben, gilt es also nun sich ganz auf das Neue zu konzentrieren. Sehr viele neue Erfahrungen konnten in der kurzen Zeit noch nicht gesammelt werde. Daher ist der sinnvolle und auch sichere Weg, die Entscheidung zunächst immer wieder zu bekräftigen und sich bewusst zu machen, dass sie richtig war. Weshalb sonst hätten Sie sie getroffen?
Durch das Wiederholen Ihrer Entscheidung und der stetigen Erinnerung an ihre Richtigkeit und ihren Nutzen erleichtern Sie Ihrem Gehirn den Umgang mit der neuen Situation. Und Sie drängen den Protest des kleinen Nikotin-Bandwurms zurück.
Denn: Der zweite nützliche Effekt dieser Vorgehensweise ist der, dass Sie es damit dem Zweifel schwer machen sich in Ihre Gedanken zu drängen. Zwei Gedanken gleichzeitig zu denken ist nicht möglich.
Benutzen Sie heute, wann immer Sie unruhig werden, folgende einfache Sätze in Gedanken: Meine Entscheidung für den Rauchstopp ist die einzig richtige! Mit dem Nichtrauchen wähle ich die Freiheit! Die Zeit hilft mir mein Ziel zu erreichen!
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Der Heilungsvorgang in Ihrem Körper ist nun in vollem Gange. Der Organismus kann sich endlich an die Arbeit machen, all die Abfallstoffe der bisher täglich zugeführten Chemikalien aus dem Zigarettenqualm, die er nicht vollständig abbauen konnte, nun endlich zu entsorgen.
Dies tut er auf verschiedene Weise: Einiges schickt er nahezu unbemerkt mit dem Stoffwechselvorgang nach draußen. Er nutzt aber auch andere Strategien wie z. B. das Abhusten, wenn sich Ablagerungen aus dem Atemtrakt lösen. Und schließlich werden über das mit fast 2 Quadratmetern Fläche größte Entgiftungsorgan, die Haut, Schlackenstoffe abgeleitet. Dies macht sich als Schwitzen, scheinbar ohne Anlass bemerkbar.
All diese Erscheinungen, die landläufig als „Entzugserscheinungen“ bezeichnet werden, sollten wir als Heilungs-Symptome begreifen und willkommen heißen. Denn wer würde schon etwas dagegen haben gesund zu werden?
Die Tatsache, dass sich ein körperlicher Heilungsprozess nicht unbedingt angenehmen anfühlt, haben wir alle übrigens schon im Kindesalter gelernt. Wenn wir uns das Knie aufgeschlagen haben und die Natur sofort mit der Reparatur begann. Dann gerinnt zunächst das Blut. Es bildet eine feste Kruste, unter der ganz geschützt die neue Haut wachsen kann. Und während sich neues Gewebe bildet, haben auch Sie erlebt, dass es oft unerträglich juckte?
Wenn wir dann als Kinder versucht waren, an der verschlossenen Wunde zu kratzen, haben uns die Erwachsenen erklärt, dass Juckreiz zwar wirklich nervt, dass der jedoch zur Heilung dazu gehört, ja, sogar ein Zeichen dafür ist, dass wieder alles gut wird.
Erinnern Sie sich an diese Erfahrung bitte jetzt, wenn Sie husten oder schwitzen, wenn Sie unkonzentriert oder schlecht gelaunt sind. Begreifen Sie dies als körperliche und mentale Begleiterscheinungen des Heilungsvorgangs vom Rauchen zum Nichtrauchen. Und erinnern Sie sich auch daran, dass Sie bereits als ganz junger Mensch diese Lektion gelernt und wiederholt gemeistert haben: Eine Gesundung muss sich nicht gut anfühlen, es reicht, wenn sie passiert – solche eventuellen Symptome bestätigen es Ihnen!
Mit diesem Fitnessdrink unterstützen Sie jeden Heilungsprozess (2 Portionen): 300 ml Buttermilch oder Pflanzenmilch (aus Soja, Kokos oder Hafer) mit 0,1 l Grapefruitsaft und etwas Zitronensaft verquirlen, evtl. mit Agavendicksaft abschmecken – genießen!
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Bereits nach zwei Tagen ohne Rauchen beginnt der menschliche Organismus sich aktiv auf die neue Situation einzustellen.
Im Rahmen der ohnehin stetigen Regeneration fangen die feinen Sinneszellen an sich zu erholen, z. B. die Geruchs- und Geschmacksnerven. Insgesamt sinkt statistisch bereits nach dieser kurzen Zeit das Herzinfarktrisiko. Das hängt vor allem damit zusammen, dass sich die Gefäße beim Rauchen nicht mehr permanent verengen und das Blut dadurch mit mehr Druck durch die Adern gepumpt werden muss – der Hauptfaktor für Infarkt und Schlaganfall.
In dieser Anfangsphase der Umstellung ist es besonders wichtig in Bewegung zu bleiben. Das ist sowohl für die Elastizität der blutführenden Gefäße wie auch für die Lymphe wichtig, unser „Entsorgungssystem“ für Abfallprodukte des Stoffwechsels.
Als ein probates Hilfsmittel für Ihre Aktivität empfehle ich einen Schrittzähler. Machen Sie zunächst nur eine Bestandsaufnahme und überprüfen einmal, wieviel von den täglich empfohlenen 10.000 Schritten in Ihrem normalen Alltag stecken. Der interessante Nebeneffekt: Schon das Tragen eines Schrittzählers führt bei den meisten Menschen dazu, dass sie einen gewissen Ehrgeiz entwickeln mehr Wege als üblich zu gehen, um am Ende des Tages mit einer möglichst hohen Zahl belohnt zu werden! Profitieren Sie gerade jetzt zusätzlich von diesen 5 Fitnessregeln:
Mindestens 1 x täglich ausgiebig Dehnen (Arme hochstrecken, sich auf die Zehenspitzen stellen, auf der Stelle „tippeln“ und noch höher recken)
Täglich rund 2 Stunden stehend verbringen (evtl. am höhenverstellbaren Schreibtisch, bei der Küchenarbeit, beim Telefonieren u. ä.)
Jeden Tag ein größeres Gewicht heben und 5 Sekunden halten (dabei den Rücken gerade halten, oder seitwärts mit jeweils 1 Arm heben)
Einmal am Tag, am besten 2 Mal für jeweils 3 Minuten sehr rasch gehen, später evtl. zum Walken übergehen
An jedem Tag rund 300 kCal. mit körperlicher Betätigung verbrennen (am Schrittzähler ablesbar!)
Regina Hildebrandt bigmoment – Bussestr.13 – 22299 Hamburg Telefon 040-57 26 12 51 – hildebrandt@bigmoment.de
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Ich heiße Sie ganz herzlich willkommen zu unserer gemeinsamen Reise in ein stabiles Nichtraucherleben! Ich bin Regina Hildebrandt, ich habe fast 20 Jahre lang geraucht und nenne mich heute mit voller Überzeugung wieder Nichtraucherin. Denn ich habe mit meiner Entscheidung für den Rauchstopp nicht nur meinem Körper die Lebensqualität zurückgegeben, die ich vor dem Beginn meiner Raucherkarriere hatte. Ich habe nach meinem Ausstieg aus der Nikotinabhängigkeit das Nichtrauchen sogar noch viel mehr schätzen gelernt, weil ich seither in ganz vielen Zusammenhängen immer wieder erkannt habe, was ich als Raucherin über viele Jahre verloren hatte, ohne es zu bemerken.
Es ging mir nie wirklich um meine Gesundheit oder um das Geld – beides Dinge, von denen natürlich alle Raucher und Raucherinnen wissen, dass sie hier nur verlieren können. Was ich am meisten genieße – bis heute – ist ein ganz neues andere Lebensgefühl. Eine Lebensqualität, die ich viele Jahre lang unbewusst vermisst hatte. Es ist das Gefühl, wieder komplett selbst über mich und das, was ich tue bestimmen zu dürfen. Meinen Tag nicht nach der Zigarette und der Sucht zu auszurichten, meine Aktivitäten nicht mehr danach planen zu müssen, wie ich das Rauchen sicherstellen kann.
Ich spreche von dem großen Wort „Freiheit“! Und ich unterstelle Ihnen, obwohl wir uns nicht persönlich kennen, dass auch für Sie dieses diffuse Empfinden, nicht mehr vollständig selbstbestimmt leben zu können, eine Rolle bei Ihrem Entschluss gegen die Zigarette gespielt hat.
Willkommen in der Freiheit also! Mental haben Sie den Schritt bereits getan. Und nun wird es darum gehen, den ganzen Rest mit zu nehmen, vor allem aber: diese Entscheidung nicht wieder umzuwerfen, ja, sie nicht einmal anzuzweifeln, sondern so abzusichern, dass Sie auf allen Ebenen davon profitieren und das auch spüren! Ich habe mich nach meinem Ausstieg aus dem Rauchen intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Als Präventologin interessiert es mich besonders, was sich in dieser wichtigen Phase „danach“ im Körper und auch im Kopf so abspielt. Also vor welchen Aufgaben der Organismus sowie die mentale Befindlichkeit stehen – und wie man beides bestmöglich in der Umstellung unterstützen kann.
Die Erkenntnisse aus über 10 Jahren der Raucherentwöhnung habe ich in eine Serie von genau 28 Video-Clips verpackt, die Sie in den nächsten vier Wochen täglich erhalten.
Wir werden uns die Veränderungen, die ich übrigens für einen Prozess der Heilung halte, genau anschauen und erklären. Und dabei möchte ich um Verständnis, um Mitgefühl und auch für ein wenig Geduld werben, wenn sich die Dinge auf der körperlichen Ebene nicht ganz so schnell entwickeln wie die Entscheidung im Kopf gefallen ist. Die Materie hinkt dem Geist immer ein bisschen hinterher, oder?
Zur Unterstützung dieses Prozesses biete ich neben den Erklärungen einfache Atem-, Körper- oder Mentalübungen an. Auch Rezepte zum Ausprobieren oder eine Entspannungsanleitung gehören dann und wann dazu. Außerdem erhalten Sie zusätzlich zur täglichen Mail einen Textanhang zum Ausdrucken.
Diese Clips können Sie also sehen, hören und nachlesen, sodass Ihnen keine Inhalte verloren gehen. Am Ende jeder Woche melde ich mich mit einem etwas längeren Video, um bestimmte Themen ausführlicher zu behandeln. Aber keine Sorge: das wird kurz und kompakt maximal 10 Minuten umfassen; die täglichen Clips nehmen nicht länger als zwei Minuten Ihrer Zeit in Anspruch. Der Effekt, wenn wir beide alles richtig machen, soll jedoch für Ihre Zukunft nachhaltig wirken – mehr Lebensqualität, mehr Freude und mehr Leichtigkeit bringen – das wünsche ich Ihnen! (3:35 min.)
Wollen wir gleich starten?
Ich darf Sie ja heute schon im Tag 1 nach Ihrem Rauchstopp begrüßen! Das heißt, heute ist der erste Tag Ihres Lebens in Freiheit von der Zigarettensucht! Und wissen Sie was? Schon nach dieser ersten Nacht ist die Sauerstoffversorgung Ihres Körpers genauso hoch wie bei einem Nichtraucher! Wollen Sie das überprüfen? Dann suchen Sie sich doch heute eine Gelegenheit, wo Sie eine Treppe statt des Fahrstuhls nehmen können. Beobachten ganz genau, wie Sie sich fühlen und freuen sich über mehr Puste.
Vielleicht war es heute Morgen komisch, den Kaffee ohne Zigarette zu genießen (oder haben Sie geschummelt und Tee oder etwas anderes getrunken?). Dazu würde ich nicht raten, denn dadurch verändert sich Ihre Lebensqualität womöglich negativ.
Vermutlich kommt ihnen heute vieles ungewohnt vor, denn alles ist das erste Mal in diesem ungewohnten Nichtraucherstatus. Aber bedeutet ungewohnt, dass es automatisch schlecht ist? Um das genau einschätzen zu können, empfehle ich Ihnen, dass Sie alles, was Sie bisher mit Zigarette gemacht haben, mindestens ein Mal ohne den Glimmstängel ausprobieren. Jede alltägliche Situation, jede Routine-Tätigkeit, jedes Ritual und feste Termine mit Sport, Spiel oder Kultur. Meiden Sie nichts davon, schon gar nicht die Menschen, die dazu gehören. Alles einmal ohne Zigarette durchleben – erst dann können Sie wissen, wie Sie all diese vertrauten Situationen mit Ihrem veränderten Selbst empfinden – und sich so Ihr Urteil bilden.
Erinnern Sie sich an Ihre Entscheidung gestern: Sie ist heute noch genauso richtig und wahr wie vor ein paar Stunden, als Sie diesen womöglich wichtigsten Entschluss Ihres Lebens gefasst haben – für die Freiheit.
Morgen geht das Abenteuer weiter, haben Sie noch einen wunderbaren Tag!
Regina Hildebrandt bigmoment – Bussestr.13 – 22299 Hamburg Telefon 040-57 26 12 51 – hildebrandt@bigmoment.de
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Wo sitzt die Sucht? Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist
Willkommen zum letzten Kursblock in Vorbereitung auf Ihren Rauchstopp! Sie haben in den vergangenen Tagen vermutlich eine Menge über die Zigaretten und sich selbst erfahren. In Bezug auf die Rauchsituation –was für unterschiedliche Gefühle sind Ihnen da begegnet?
Den meisten Raucherinnen und Rauchern geht es so, dass Sie mit dem Glimmstängel ständig eine Achterbahn von Emotionen durchlaufen. Da sind die absoluten Lieblingszigaretten, meistens mit einem Wohlgefühl verknüpft: Entspannung, Erleichterung, Gemütlichkeit, Geselligkeit, Auszeit, dem Stress entkommen. So viele scheinbar positive Empfindungen kann dieses kleine brennende Papierstäbchen auslösen! Aber ist das wirklich wahr?
Dass es die Laune massiv beeinflussen kann, zeigen uns die Situationen, in denen wir den kleinen Freund zum Teufel wünschen: Das sind die Zigaretten, die in völliger Hektik geraucht werden. Diejenige, die die Kopfschmerzen noch schlimmer werden lässt. Oder mit der man sich als absolut schlechtes Vorbild für den Nachwuchs fühlt, vor allem, wenn man beim heimlichen Inhalieren des Qualms erwischt wird. Auch in einem dieser gläsernen Raucher-Unterstände wie im Zoogehege unwürdig zur Schau gestellt fühlen Raucher sich mies.
Ärger, Scham, Wut auf sich selbst, ebenso wie die wohligen Gefühle, völlig eins mit sich und der Zigarette zu sein– was davon ist wirklich wahr?
Die Antwort mag überraschen: Weder das eine noch das andere hat tatsächlich etwas mit dem Rauchen zu tun! Alle diese Emotionen sind stets Illusionen gewesen, bis heute. Situationen und Gefühle passieren völlig unabhängig davon, ob eine Person raucht oder nicht. Aufgrund sehr raffinierter Manipulationen sehen Raucher dies jedoch lange anders. Und doch stellt sich auch bei den überzeugtesten unter ihnen nach einiger Zeit ein diffuses Gefühl ganz tief im Inneren ein, dass da etwas nicht stimmt. Lügen senden auf Dauer Störgefühle aus. Diese unangenehme Empfindungen sind dann letztlich der Grund dafür, sich überhaupt intensiv mit dem Thema des Aufhörens zu beschäftigen.
Es gibt eindrucksvolle Übungen, die uns zeigen, wie leicht jeder Mensch zu manipulieren ist. Zwei davon möchte ich Sie einladen einmal auszuprobieren. Sie verdeutlichen, dass Manipulation nicht zwangsläufig nur von außen auf uns einwirken muss, sondern genauso in uns selbst entstehen kann.
Zum anderen machen sie anschaulich, dass die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist beim Manipulieren im Negativen wie auch im Positiven genutzt werden können – das ist die gute Nachricht.
Für die erste Übung stellen Sie sich bitte so hin, dass Sie mit auf Schulterhöhe ausgebreiteten Armen nirgendwo anstoßen. Strecken Sie also die Arme seitlich aus, die Füße stehen hüftbreit nebeneinander, die Beine sind gerade. Drehen Sie dann aus der Taille heraus den Oberkörper nach rechts so weit Sie können. Ihr Blick folgt dem Mittelfinger der rechten Hand, der Unterkörper bleibt unverändert stehen. Wenn Sie am Maximum der Drehung angekommen sind, markieren Sie im Geiste den Punkt im Raum, auf den Ihr Mittelfinger zeigt. Drehen Sie dann langsam den Oberkörper wieder zurück bis in die Ausgangsstellung. Atmen Sie die ganze Zeit langsam und tief.
Nun nehmen Sie die Arme herunter und schließen die Augen. Stellen Sie sich jetzt bitte vor, Sie wären eine Eule. Nun drehen Sie im Geiste Ihren Eulenkopf langsam über die rechte Schulter; drehen den Kopf noch weiter bis über den Rücken und drehen den Kopf noch ein Stück weiter, bis hin zur linken Schulter und fast bis nach vorn, beinahe um 360 Grad. Dann lenken Sie den Kopf der Eule wieder behutsam zurück, zunächst über die linke Schulter, dann über den Rücken – scannen Sie dabei den ganzen Raum, in dem Sie sich befinden.
Schauen Sie weiter über die rechte Schulter und wieder bis ganz nach vorn. Diese sehr weite Bewegung des Eulenkopfes wiederholen Sie mit geschlossenen Augen ein weiteres Mal. Nehmen wieder in einer fast vollständigen Drehung hin und zurück den ganzen Raum wahr und kehren danach in die Ausgangsposition zurück.
Öffnen Sie die Augen wieder und heben die Arme erneut auf Schulterhöhe an. Drehen Sie jetzt noch einmal den Oberkörper nach rechts und verfolgen mit Ihrem Blick den ausgestreckten rechten Mittelfinger – und schauen einmal, wie weit Sie jetzt kommen!
Diese ganz simple Übung aus dem mentalen Training nutzen Spitzensportler, um einen bestimmten Bewegungsablauf zu verinnerlichen genauso, um vermeintliche körperliche Grenzen zu verschieben. Unzählige Beispiele haben längst bewiesen, dass der Geist den Körper hervorragend im positiven Sinne zu Leistungssteigerungen animieren kann.
Geht das auch anders herum? Kann der Körper umgekehrt den Geist beeinflussen und mentale Ergebnisse erzielen? Probieren Sie es aus:
Für die zweite Übung brauchen Sie lediglich einen Spiegel. Noch nicht einmal gute Laune ist nötig. Im Gegenteil; gerade wenn einem überhaupt nicht nach Lachen zumute ist oder wenn man sich etwas albern dabei vorkommt, lohnt sich der Versuch. Schauen Sie also in den Spiegel und ziehen nun mit geschlossenem Mund beide Mundwinkel so weit wie möglich nach oben. Bitte nicht nachlassen, sondern immer wieder nachbessern und willentlich die Mundwinkel tapfer weiter nach oben ziehen, mindestens 60 Sekunden lang.
Sie können nicht verhindern, dass nach kurzer Zeit ein Muskel am Mundwinkel auf einen Nerv drückt, der dem Gehirn sagt: Gehirnbesitzer lacht! Als Antwort werden prompt Freudehormone produziert. Dieser Vorgang dauert 10 Sekunden bei einem echten Lachen. Bei unserem unechten Beispiel dauert es circa 60 Sekunden, und diese muss man durchhalten. Die Belohnung des Selbstbetrugs: Die gleichen Endorphine werden in die Blutbahnen geschickt und als Effekt steigt die Laune steigt gefühlt tatsächlich gleich um ein paar Grad an.
Sie können die 60 Sekunden zusätzlich positiv nutzen, etwa mit Nachdenken. Z. B. nach einem kürzlich erlebten negativen Auslöser von Ärger oder Frust überlegen Sie dann: Ist es wirklich nötig, mich darüber aufzuregen? Komme ich meinen höheren Zielen näher, wenn ich es ihm oder ihr mit gleicher Münze heimzahle? Im Idealfall geht das vorgetäuschte Grinsen an diesem Punkt in ein wirkliches Schmunzeln, vielleicht sogar (echtes) Lachen über!
Vorbeugend machen Sie es sich doch zur Angewohnheit, über den Tag verteilt immer mal wieder die Mundwinkel willentlich hochzuziehen. 3 x 1 Minute oder 6 x 30 Sek. reichen schon aus und bedeuten jedes Mal eine Mini-Erholung für den angestrengten Geist., z. B. an der roten Ampel oder beim Händewaschen. Dass Ihre gute Laune nicht nur aufs eigene Immunsystem abfärbt, sondern auch auf Ihre Mitmenschen, ist von der Psychoneuro-Immunologie längst bewiesen. Also seien Sie ganz egoistisch – zeigen Sie ein Lächeln!
Gute Stimmung und Zuversicht sind übrigens auch die besten Voraussetzungen für die Umsetzung wichtiger Vorhaben. So wie Sie ein ganz besonderes Ziel anvisiert haben, als Sie sich für dieses Vorbereitungs-Programm zum Rauchstopp entschieden haben.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie den nächsten Schritt gut gelaunt und mit Bravour gehen!
Ihre Regina Hildebrandt
Regina Hildebrandt bigmoment – Bussestr.13 – 22299 Hamburg Telefon 040-57 26 12 51 – hildebrandt@bigmoment.de
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